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"Zum ersten Satz des Alten Testaments" und "Ideologiekritik"




I. Zum ersten Satz des Alten Testaments:



Das Alte Testament beginnt mit dem Satz.


"Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde"



Zunächst vorab:


Es gibt unterschiedliche Übersetzungen, nämlich "Am Anfang" und "Im Anfang".

Ich denke die Übersetzung "Im Anfang" ist die Richtige, da das Hebräische im 9. Jdht vor unserer Zeitrechnung, also in etwa dem Zeitpunkt der Entstehung dieses Satzes grammatikalisch keine Zeiten kannte, also alles wurde im Präsenz formuliert.


Warum ist das so wichtig?

"Im Anfang" bedeuted nicht bloss einen Startpunkt, sondern einen Zeitpunkt der selbst keine Ausdehnung hat. Also etwas das unabhängig vom unendlichen Zeitstrom ist.

Demnach ist von einer schöpferischen Tätigkeit die Rede die unabhängig vom Zeitstrom ist. Unabhängig vom Zeitstrom ist für Menschen nur eine Tätigkeit, das Denken. Mittels unseres Verstandes können wir uns auf Dinge beziehen die vergangen sind. Wir können mittels unseres Verstandes uns aus dem Zeitstrom der Natur

herauslösen.


Wie funktioniert nun der Beginn einer Verstandestätigkeit?


Wir nehmen mit deb Sinnen etwas wahr und mittels Verstandes stellen wir einen Unterschied fest. Das heißt Urteilen. Urteilen ist Identifaktion und Bestimmung des Unterschieds.

Ist etwas unterschiedslos, also überall nur Erde, oder überall nur Himmel, kann nichts bestimmt werden.


Es funktioniert so:

Wir nehmen Erde wahr und halten diese Wahrnehmung in unserem Gedächtnis fest. Damit ist Vergangene Wahrnehmung gespeichert. Mittels Vergleich des im Gedächtnis Vorhandenen und unmittelbarer Wahrnehmung (da ist keine Erde), stellen wir einen einen Unterschied fest. Dieses Unterschiedene bekommt nun einen Namen "Himmel" und das im Gedächtnis, die gespeicherte Wahrnehmung, den Namen "Erde".

Natürlich kann das auch umgekehrt geschehen sein. Wir nehmen den Himmel wahr, stellen fest, es ist nicht überall Himmel und benennen das Unterschiedene "Erde"


Nun ist also gewiss:

Im Anfang dachte der Mensch den Unterschied von Himmel und Erde.


Warum schrieb nun der Autor des Alten Testaments: Gott schuf und nicht der Mensch dachte?


Um festzustellen, das es der Mensch war, der "Im Anfang" den Unterschied von Himmel und Erde dachte, gibt es Voraussetzungen.


1. Es ist eine Reflexion dieses Anfangs notwendig.

Das ist offensichtlich geschehen, denn es ist niedergeschrieben worden. Die Niederschrift selbst ist der Beweis, dass es sich um Gedachtes handelt.

2. Warum begreift der Autor aber nicht, dass es der Mensch selbst war, der im Anfang der Menschheit diesen Unterschied von Himmel und Erde dachte?


Dies setzt voraus, das es die Menschheit als Begriff bereits gibt.


Der Begriff Menschheit war damals und ist auch heute noch nicht wirklich. Er ist daher kein Gegenstand der Erkenntnis, der ja per se zumindest allgemein sein müsste. Nur wenn sich am Gegenstand selbst Allgemeines findet, lässt er sich als Begriff darstellen. Als allgemeiner Begriff existiert die Menschheit heute unter dem Kapital, aber nicht wirklich, die Objektivität (Allgemeinheit) ist immer noch nicht wirklich. Nur durch den Warentausch werden die Menschen als gleich, frei und rational bestimmt. Als Lohnabhaengige sind sie es nicht (Die buergerlich Ökonomie fast sie als Kostenfaktor).


Die Menschheit als Begriff exisitierte zur Zeit des Autors des Alten Testaments nur in einzelnen Personen, andere waren Sklaven, oder wie bei den alten Griechen

stimmbegabte Tiere. Also der Begriff Mensch existierte nicht allgemein; dem Verstand aber angemessen sind nur allgemein Begriffe.

Die Menschheit existierte daher nur transzendent; als transzendeter Begriff ist der Begriff der Menschheit "Gott"; die Projektion eines noch nicht Wirklichen in den Himmel.

Heute ist der Begriff der Menschheit nur transzendental möglich, weil sich die Menschen nur im Tausch der Waren, damit auch ihrer Selbsterhaltung durch den anonymen Markt, als frei, allgemein und rational organisieren. Mit dem Verkauf Ihrer selbst als Arbeitskraft, negieren Sie diese Selbstbestimmung als Mensch.


Die Menschenrechtler kritisieren beständig Verstösse gegen diesen Begriff indem sie kritisieren, dass sich der Markt nicht vollständig als frei, gleich und rational durchgesetzt hat. Was sie nicht kritisieren ist, daß die Selbsterhaltung der Menschen, dem irrationalem Markt überlassen wird. Die allgemeine gesellschaftliche Produktion, die Produktion einzelner Waren ist arbeitsteilig rational durch naturwissenschaftliche Prinzipien, Normen, Absprachen, Pläne synchron und asychron etc. aufeinander abgestimmt. Die Produktion ist unter den allgemein herrschenden Bedingungen der Konkurrenz ausgesetzt. Nur Produktion, d.h. Kapital das sich verwertet überlebt. Die Anwendung der Arbeitskraft, ihr produkive Konsumtion ist dem Irrationalismus des Marktes ausgesetzt. Die produktive Anwendung der Ware Arbeitskraft bedeuted unter

den herrschenden kapitalistischen Bedingungen, dass das Resultat der gesellschaftlichen Produktin privat angeeignet wird bzw. werden kann.

Der Mehrwert, das kapitalisierte Mehrprodukt der früheren menschlichen Entwicklungsgeschichte, ist der Anteil der über den Selbsterhalt der menschlichen Gesellschaft bzw. Gemeinschaft hinaus produziert wurde und wird, es ist der Motor der gesellschaftlichen Entwicklung. Wird dieser Motor privat angeeignet, steht das im Widerspruch zu seiner gesellschaftlichen Produktion. Nur eine grundlegende Änderung, sprich Beseitigung dieses Widerspruchs, kann die Menschheit menschlich machen.


Eine Revolution, d.h. die Vergesellschaftung der Produktion ist notwendig.



Anmerkungen und Hinweise:


(1) Aus Wikipedia: "Das 1. Buch Mose, auf hebräisch Bereschit, auf griechisch Genesis genannt, ist das erste Buch des jüdischen Tanach wie auch des christlichen Alten Testaments und damit das erste Buch der verschiedenen Bibelkanons. Es beginnt mit Erzählungen von der Schöpfung der Welt und endet mit dem Aufenthalt der Söhne Jakobs in Ägypten."

und

"Der hebräische Name des Buchs gibt sein erstes Wort wieder: „Im Anfang“ (Bereschit). Die Benennung nach direkten oder bedeutendsten Anfangsworten ist mit ihrer Verwendung als Parascha oder Sidra („Wochenabschnitt“) für die Lesung der Tora („Weisung, Lehre“) in der Synagoge im Judentum verknüpft."

und

"Der Bericht soll etwa zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft entstanden sein (siehe Priesterschrift). In Abgrenzung zur polytheistischen Weltsicht der Babylonier stellten sie nun die Einzigartigkeit ihres Gottes heraus, der Herr über die gesamte Schöpfung ist. Der Glaube der Israeliten an ihren Gott, in der babylonischen Verbannung, in der äußeren Niederlage des Volkes Israels, wurde nun als Identifikationsgrundlage für das Volk erkannt und sollte gefestigt werden. Er musste der Versuchung der scheinbar siegreichen Religion Babylons mit seinen prunkvollen Liturgien (beispielsweise des Neujahrsfestes) widerstehen."


In der Anerkennung, dass die Gefangenschaft eine Bestrafung fuer sie darstellte, erheben Sie zugleich den Anspruch, das Ihr Gott, der Gott aller, d.h. auch der Gott der Babylonier ist.


und


Die Juden hat um 900 bis 600 vuz den Glauben and Jahwe und der hatte eine Frau namens: Asherah, demnach keinen "Ein Gott Glauben".

Um 600 vuz Nebukadnezar (Babylonier) greift Jerusalem an und zerstoert den Tempel Jahwehs, die Juden werden als Sklaven im babylonischen Exil gehalten.

Jahweh schien von den Goettern Babyloniens besiegt. Die Juden muessten entweder babylonische Goetter annehmen oder eine Begruendung fuer ihre Niederlage finden. Sie fanden eine philosophisch/ theologische Erklaerung, dass Jahwe in Wahrheit gewonnen habe. Jahwe ist so maechtig und universell, dass er Nebukadnezar als quasi Marionette geschickt hat, um die Israeliten zu bestrafen. Jahweh ist nicht nur der Gott der Israeliten sondern auch der Babylonier. und damit Aller. In der Versklavung also fanden sie erst zu dem Ein Gott Glauben.


Es gibt keinen Gott neben mir, ich bin es der Licht und Dunkelheit schafft. Die Perser eroberten spaeter Babylon und erlaubten den Israeliten die Rueckkehr aus der Sklaverei.


und


wiki:https://de.wikipedia.org/wiki/Hebraeische_Sprache #Althebraeisch


"Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart”, „Vergangenheit” und „Zukunft” nicht möglich" . Es gibt nur Perfekt und Imperfekt; wobei:

Im Althebräischen bezeichnet das Perfekt einen Zustand bzw. eine abgeschlossene Handlung, während das Imperfekt eine im Fluss befindliche – unabgeschlossene – Handlung beschreibt.


und Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/1._Buch_Mose:

Der Bericht soll etwa zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft entstanden sein (siehe Priesterschrift). In Abgrenzung zur polytheistischen Weltsicht der Babylonier stellten sie nun die Einzigartigkeit ihres Gottes heraus, der Herr über die gesamte Schöpfung ist. Der Glaube der Israeliten an ihren Gott, in der babylonischen Verbannung, in der äußeren Niederlage des Volkes Israels, wurde nun als Identifikationsgrundlage für das Volk erkannt und sollte gefestigt werden. Er musste der Versuchung der scheinbar siegreichen Religion Babylons mit seinen prunkvollen Liturgien (beispielsweise des Neujahrsfestes) widerstehen.









II. Ideologie Kritik


Ideologie Kritik ist nicht an ideologischen oder ideologisch verbraemten Texten zu begreifen oder zu erlernen.
Denn ist der Gegenstand der Kritik heteronom bestimmt, so zwingt es den Erkennenden die heteronomen Urteile nachzuvollziehen; damit dissoziiert der Verstand des Urteilenden und wird selbst ideologisch. Will man den ideologischen Text kritisieren, sind Urteile, Schluesse und Prinzipien vorausgesetzt die dem ideologischen Text aeusserlich sind.
Ideologiekritik auszubilden setzt daher systematisches Urteilen voraus, Urteile die auf Prinzipien beruhen, welche die Ursache der ideolgischen Schriften nach dem Prinzip adequatio res et intellectus zutreffend abbilden.
Ursache von ideologischen Schriften ist die Verteidigung einer Produktion in der gesellschaftliches (d.h. allgemein) Produziertes privat angeeignet wird. Als allgemein Produziertes kann es Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnis sein, ist daher allgmein und objektiv, als privat Angeeignetes entzieht es sich zunaechst wissenschaftlicher Erkenntnis, kann jedoch als negativ zum allgemeinen, als Widerspruch zu ihm dargestellt werden.
Allgemein wurde gesellschaftliches aber erst, nachdem sich der Tauschwert als Basis der Reproduktion Aller als objektives Mass des Austausches durchgesetzt hat. Daher stellt sich der Tauschwert als Allgemein und Objektiv dar, ist somit wissenschaftlicher Erkenntnis zugaenglich.
Die private Aneignung der Resultate der Produktion verschleiert, dass der Aequivalententausch bei der Ware Arbeitskraft, ihr Vermoegen negiert, naemlich mehr zu produzieren als zu ihrem Erhalt  notwendig. Das Aequivalent des Erhalts der Ware Arbeitskraft ist dargestellt in ihrem Tauschwert.
Dieses mehr, dargestellt im Mehrwert, ist ebenso Resultat gesellschaftlicher (d.h. allgemeiner und objektiver) Produktion. Seine private Aneignung steht im Widerspruch zu seiner Erzeugung.
D.h. die Theorie der kapitalistischen Produktionsweise die als allgemein und objektiv dargestellt wird, enthaelt notwendig diesen Widerspruch und er wird von Marx auch so dargestellt; deswegen heisst das Kapital ja auch "Kritik der politischen Oekonomie" und nicht "Theorie der politischen Oekonomie".
Voraussetzung der Kritik ideologischer Text ist demnach die Theorie, d.h. die Kritik der politischen Oekonomie, damit auch das Wissen was "allgemein und objektiv" heisst.

Allgemein sind die Formen der Anschauung. Sie sind Begriffe apriori,aller Anschauung vorausgesetzt. Sie ermoeglichen die Wahrnehmung in Raum und Zeit. Raeumliche und zeitliche Bestimmungen sind Gegenstand der Algebra und Geometrie. Ihre Formen bzw. Quantitaeten geben Bestimmungen in Raum und Zeit. Gegenstand der Mathematik sind als apriorische Begriffe nur logische Bestimmungen. Es gibt keine Zahlen, Punkte, Linien oder Dreiecke in der Natur. Ihre Bestimmungen sind Verstandesleistungen, die es ermoeglichen in der heternomen Welt unter Voraussetzung gleicher Qualitaeten und damit Abgrenzung von anderem Gegenstaenden Gegenstaende zu zaehlen, also quantitativ zu erfassen bzw. Formen mit gleichen Qualitaeten, d.h. Abgrenzung bzw. Unterlassen von anderen Qualitaeten Bestimmungen von Gegenstaenden zu erfassen. Deshalb bleibt es bei der Erfassung der Natur, aber auch bei der Erfassung gesellschaftlichen Lebens bei den Griechen lediglich bei einer Kategorisierung.
Die Qualitaeten der Gegenstaende taeglichen Lebens, Steine, Lebensmittel und gesellschaftliche Bestimmungen wie der Unterschied von anima vocalis, also Sklave und Mensch, waren willkuerlich und folgten nur subjektivierten Qualitaeten. Von der Wahrnehmung der Natur bzw. der Wahrnehmung der Gesellschaft ausgehend lassen sich nur allgemeine, d.h. mathematische und oder sinnliche Urteile angegeben.
Die Grenzen der Klassen bei der Kategoriesierung sind willkuerlich, d.h. subjectiv bestimmt. Sie koennen nicht nach allgemeinen und objektiven Bestimmungen angegeben werden. Erst die Naturwissenschaften erlauben die Klassen objektiv anzugeben. Die Farbe Gruen laesst sich von Gelb nur bestimmt abgrenzen durch das Wissen vom Frequenzspektrum des Lichts als elektromagnetische Welle. Bei einigen Abgrenzungen bleibt dann die Festlegung der Grenzen jedoch subjektiv, Resultat einer Vereinbarung. Also von Frequenz x bis Frequenz y bezeichnen wir als gruen, doch wir wissen das der Farbunterschied durch die Frequenz des Lichtes zustandekommt. Dass aber die  Bewegungsklassen des Aristoteles alle aus den Newtonschen Axiomen zu bestimmen sind, nur unterschieden sind durch verschiedene Randbedingungen des Traegheitsprinzips, konnte er selbst nicht wissen.

Erst mit Newton entwickelt die Menschheit Gegenstaende die Ansich Allgemeines haben. Diese nach Randbedingungen produzierten Gegenstaende erlauben jedem der sich an die Vorschriften (Randbedingungen) haelt sie zu reproduzieren.  Damit erweisen sich diese Gegenstaende als allgemein und objektiv. Sie sind Resultat eines Prinzips, das selbst der Erfahrung nicht zugaenglich ist, das Prinzip der Traegheit. Eine Masse ohne aeusseren Einfluss bewegt sich mit gleichfoermiger Geschwindigkeit und aendert ihre Richtung nicht. Nur aeussere Kraefte veraendern ihren Status, und als Masse sind die Gegenstaende selbst Ursache aeusserer Einwirkung auf andere Massen.
Dass diese Prinzipien nur fuer nichtrelativistische Massen gelten, war Newton nicht bewusst, jedoch auch die Einsteinsche Relativitaetstheorie aendert den Sachverhalt nicht, beschraenkt die einfache Formel auf nicht relativistische Massen und erweitert den Massenbegriff als Funktion der Geschwindigkeit. Das Prinzip hat sich nicht geaendert F=m(v)*a.
Dunkle Materie und Dunkle Energie sind erschlossen unter der Voraussetzung der Newton'schen Prinzipien.

Allgemein sind mathematische Gesetze, sie muessen von jedem Menschen mit Vernunft eingesehen werden koennen.
Objektiv sind nach einem naturwissenschaftlichen Prinzip produzierte Gegenstaende, die an sich allgemeine Bestimmungen haben.